Was heißt eigentlich Akupunktur?

Dieser Begriff setzt sich aus zwei lateinischen Worten zusammen: acus = Nadel und pungere = stechen und bedeutet: „den Punkt stechen“. Damit wird eine alte, aus China stammende Heilweise bezeichnet, bei der ganz feine und dünne Nadeln an bestimmten Stellen des Körpers eingestochen werden. Die Auswahl dieser Punkte erfolgt durch den Therapeuten nach Beschwerdesymptomatik, Organzugehörigkeit, Begleiterscheinungen und weiteren Merkmalen aus dem Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Wie wirkt Akupunktur?

Der Grundgedanke aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist, dass bei einer Krankheit das Kräftegleichgewicht im Körper gestört ist.
Die Anwendung der Akupunktur führt zu einem Energieausgleich, zu einer Harmonisierung gegensätzlicher Kräfte, zur Anregung der Selbstheilungskräfte des Körpers und somit zu Heilung.
Aber auch aus westlicher Sicht sind viele der Akupunkturpunkte seit langem bekannt und werden in verschiedenen Therapieverfahren berücksichtigt, so z.B. als Injektionspunkte in der Schmerztherapie oder bei orthopädischen Krankheitsbildern.
Daher lässt sich die Akupunktur-Behandlung gut mit anderen Therapieformen, wie z.B. Neuraltherapie oder Chirotherapie, kombinieren.

Anwendungsgebiete

Die Akupunktur kann bei einer Vielzahl  von Störungen allein oder in Kombination mit anderen Therapieverfahren angewandt werden.
Besonders gut lassen sich Schmerzen der Wirbelsäule und Gelenke, sowie Kopfschmerzen und Migräne behandeln. Weitere Anwendungsgebiete sind allergische Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und Nasennebenhöhlen sowie unterstützend bei Gewichts-reduktion, Raucherentwöhnung und Psychovegetativen Befindlichkeits-störungen wie Schlafstörungen, Nervosität aber auch Energiemangel, Müdigkeit und Erschöpfung.
Bei einer Vielzahl weiterer Erkrankungen kann Akupunktur begleitend eingesetzt werden.

Wann sollte Akupunktur nicht angewandt werden?

Die Grenzen der Akupunktur liegen dort, wo bleibende Gewebeschäden bereits aufgetreten sind, denn „Akupunktur heilt, was gestört ist. Akupunktur heilt nicht, was zerstört ist“ (Prof. Dr. Dr. H. F. Herget).

So ist Akupunktur nicht bei bösartigen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen geeignet. Auch in der Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten.

Mögliche Nebenwirkungen

Gelegentlich können Kreislaufreaktionen wie Schwindel, Müdigkeit oder Kollaps auftreten. Eine Infektion oder Verletzung von Organen, Nerven oder Gefäßen ist theoretisch denkbar, jedoch äußerst selten. Vorbeugend wirken hier die vorangehende gründliche Desinfektion, die Verwendung von sterilen Einmalnadeln, sowie die Auswahl der Punktorte und Stichtiefe. Selten kann es zu kleinen Blutergüssen (Hämatomen) an der Einstichstelle kommen.

Welche weiteren Therapieformen der Traditionell chinesischen Medizin gibt es noch?

Zusätzlich zu einer Akupunkturbehandlung können noch weitere Therapieformen zur Unterstützung  angewandt werden. Dazu gehören z.B. die Moxa-Therapie, bei der an bestimmten Punkten Wärme zugeführt wird, die Schröpftherapie, die Injektionsakupunktur (Anspritzen von Akupunkturpunkten mit Homöopathischen Mitteln oder Lokalanästhetika) und das Aku-Taping (Anlegen von Tapeverbänden nach den Richtlinien der Akupunktur).  Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Tuina-Massage (eine Massagetechnik nach den Grundlagen der Akupunktur).

Gehört Akupunkturbehandlung zu den Kassenleistungen?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Akupunkturbehandlung bei Lumbago (Lendenwirbelsäulen-beschwerden) und bei Gonarthrose (Arthrose der Kniegelenke), wenn der durchführende Arzt die notwendigen Qualifikationen, u.a. ein Akupunktur-Diplom, vorweisen kann.