Umweltmedizin

Abklärung und Therapie umweltbedingter Erkrankungen.

Umweltmedizin ist ein junges Fachgebiet,
das sich mit der Auswirkung von Umweltfaktoren auf die menschliche Gesundheit beschäftigt. Der Begriff „Umwelt“ ist hierbei sehr weit gefasst und beinhaltet physikalische, chemische, biologische und soziale Wechselbeziehungen. Oft können keine einzelnen Ursachen mehr bestimmt werden, da das Zusammenspiel der vielfältigen Faktoren, die auf den Menschen einwirken, immer komplexer geworden ist. Der technische Fortschritt unserer Industriegesellschaften konfrontiert uns mit einer Vielzahl neuer Substanzen und Faktoren, die die Erde belasten und Gesundheitsrisiken nach sich ziehen. Hierbei werden alle Lebensbereiche, sei es Beruf oder Freizeit, erfasst. Die Bandbreite der umweltmedizinischen Risiken ist groß: Schadstoffe finden wir in Lebensmitteln, Kleidung, Kosmetika, Hobbyartikel, Kinderspielzeug, unserer Wohnungseinrichtung oder im Berufsalltag, um nur einige Beispiele zu nennen. Wir sind Lärm, Strahlung, Luftverschmutzung und Trinkwasserbelastung ausgesetzt und erfahren klimatische Veränderungen.

Umweltmedizin ist ein fächerübergreifendes Gebiet
Es erfordert die Zusammenarbeit aller medizinischen Fachgebiete sowie naturwissenschaftlicher Fächer. Dies bedingt jedoch auch eine große Meinungsvielfalt der einzelnen Fachkreise bei der Beurteilung einzelner umweltmedizinischer Probleme, insbesondere dort, wo politische Themen berührt werden.

Umweltmedizin möchte
einerseits präventiven Gesundheitsschutz durch Aufklärung leisten und zur aktiven Mitarbeit zum Schutz unserer Umwelt anregen. Sie möchte aber auch diagnostische Möglichkeiten und Analysemethoden zur Klärung umweltmedizinischer Beschwerden sowie Therapieverfahren bei bestehender umweltmedizinischer Erkrankung anbieten.

Wie verläuft eine umweltmedizinische Beratung?
Zunächst werden in einem Gespräch die einzelnen Beschwerden zusammengetragen und in zeitlichen und örtlichen Zusammenhang einer vermuteten oder zu suchenden Umweltbelastung gebracht. Nützlich sind hierbei standardisierte Fragebögen, die einen ersten umfassenden Überblick über die einzelnen Symptome und Umweltbereiche geben. Zur weiterführenden Diagnostik gehören neben eventuell vorliegenden Vorbefunden die körperliche Untersuchung, Laboranalysen, Begehungen sowie spezielle umweltmedizinische Analysemethoden (Monitoring) und Testungen. Kann hierbei eine umweltmedizinische Erkrankung diagnostiziert werden, werden Therapiemöglichkeiten besprochen und eingeleitet.

Wer übernimmt die Kosten einer umweltmedizinischen Beratung?
Einige Krankenkassen übernehmen durch eine Sondervereinbarung die Kosten einer umweltmedizinischen Beratung im Sinne einer Pauschale. Eine weiterführende Diagnostik, wie Schadstoffmessungen u.ä., wird jedoch nur vereinzelt vergütet und muss überwiegend von den Betroffenen selbst finanziert werden.